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LC Glauchau | lionsclub-glauchau.de
Ausgabe: 75 | Juli 2025

20 Jahre augenärztliche Hilfseinsätze

Von Dr. Klaus Schiller

Augenfacharzt Dr. Klaus Schiller, Jahrgang 1938, ist seit 2003 Mitglied im Lions-Club Glauchau. Von 2003 bis 2012 war er 15 mal zu augenärztlichen Hilfseinsätzen in Uganda, Tansania, Ägypten und China. 2015 wurde ihm der Melvin Jones Fellow von Lions International  verliehen.  Im Januar 2024 überreichte ihm der Ministerpräsident Sachsens das Bundesverdienstkreuz am Bande.

2009 kam ich über Interplast Germany e. V. nach Puma / Tansania, wo ich im Hospital eines Benediktinerklosters  „Mothers of the Holy Cross“ eine kleine Augenabteilung mit Operationsmöglichkeit einrichtete. Im Juli 2009 konnten wir dort die ersten Katarakt-Operationen durchführen. Bis 2012 flog ich insgesamt sieben mal mit einem Augenteam – meist zwei Augenärzte, eine OP-Schwester und ein Optiker nach Puma. Danach wurden diese Augen-Einsätze fortgeführt durch Frau Dr. Christiane Schilling aus Suhl. Es wurden immer 300 bis 600 Patienten untersucht und bis zu 50 Augenoperationen durchgeführt.

Im Oktober 2024 flog ich mit einem Augenteam nach Puma / Tansania und war als 85-jähriger voll in die augenärztliche Arbeit integriert. Ich wollte wissen, ob sich im Hospital etwas gebessert hat, ob die Ausrüstung für die Augenärzte ausreichend ist und ob sich die gesundheitliche Situation der Bevölkerung allgemein gebessert hat.

Ich musste feststellen, dass gesundheitliche Versorgung nach wie vor schlecht ist. Die vorwiegend älteren Patienten waren arm und hatten oft kein Geld für die Operation. Wir haben in diesen Fällen die Operation bezahlt. Bei den vielen Afrika-Aufenthalten habe ich gelernt, dass es nicht gut ist, jegliche Behandlung ohne Gebühren durchzuführen. Der Patient muss wissen, dass das eine Leistung ist, die etwas wert ist und deshalb bezahlt werden muss. Das wird auch von fast allen Patienten akzeptiert.

Inzwischen ist diese Augenabteilung meist mit gebrauchten Geräten immerhin einigermaßen gut ausgerüstet. Einer einheimischen Schwester wurde die Ausbildung zum Ophthalmic Officer bezahlt, sie organisiert die Sprechstunden und bereitet Eingriffe vor.

Gleich in den ersten Tagen stellten sich einige praktisch blinde Patienten mit Katarakt auf beiden Augen vor, die baldmöglichst operiert wurden und mit einem Lächeln nach Hause gingen. Weiterhin kommen viele Patienten mit Brechtfehlern, die eine Brille brauchen. Puma liegt in einem abgelegenen armen, trockenen Hochland, wo es viele Patienten mit trockenen Augen sowie allergischen Entzündungen gibt. Es kommen auch Patienten mit alten Verletzungen und Hornhautnarben oder nach schweren Entzündungen, denen wir nicht helfen konnten.

Beeindruckend waren 35 Albino-Kinder aus einem in der Nähe gelegenen Blinden-Sehschwachen-Heim. Sie haben eine weiße Haut, helle Haare und sind hochgradig sehschwach, weil das Pigment in der Regenbogen- und Netzhaut fehlt. Albinos haben einen genetischen Defekt, den es in Afrika wesentlich häufiger gibt, als in den weißen Ländern.

Sicher stellen solche Kurzzeiteinsätze nur den Tropfen auf dem heißen Stein dar und bringen keine durchgreifende Besserung der medizinischen Versorgung. Der Bau einer neuen Augenklinik in ausgesuchten Gebieten ist auf jeden Fall nachhaltiger. Deshalb sind die Aktionen von Lions Deutschland über den Spendenmarathon die sinnvollste Methode, um die Blindheit in Afrika zu bekämpfen.

Foto: LC Glauchau

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